Sie war unsere Nachbarin!

Fotos: Artus

Die Verlegung des Stolpersteins für Auguste Döhle war ein bewegendes Ereignis. 25 Menschen waren gekommen, um bei der Zeremonie vor dem Haus Mühlenweg 10 in Oberneuland dabei zu sein. Darunter viele Ältere, die sich noch gut an die Familie Blome erinnerten, bei der Auguste Döhle zuletzt gelebt hatte. Der 93-jährige Richard Löffler, der gegenüber wohnt, erzählte, dass er damals in Osterholz gelebt hatte und er und seine Nachbarn mitbekommen hatten, wenn die Menschen aus „Ellen“ nach Meseritz-Obrawalde verlegt, oder besser gesagt, deportiert wurden. Einer hatte ihm gesagt: „Ich komme nicht mehr wieder.“

Auguste Döhle war unsere Nachbarin. Sie zu würdigen, 80 Jahre nach ihrer Ermordung durch die Täter im NS-Medizinapparat, ist eine große Ehre und eine Mahnung: Nie wieder dürfen jene an die Macht kommen, die anderes Leben für minderwertig erklären. Daran erinnert künftig nun auch ein Stolperstein in Oberneuland – es ist der erste in Bremens östlichstem Stadtteil.

Danke an die Kollegen, die den Stein verlegt haben. Danke an die Bremer Stolperstein-Initiative. Danke an Kay Entholt vom Bürgerverein und Beirat, danke an Michael Blome. Danke an alle, die heute dabei waren.

Meine Bitte an alle Oberneulander:innen: Wenn Ihr durch den Mühlenweg kommt, bleibt einen Moment vor dem Stein stehen – vielleicht legt ihr eine Rose dazu.

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